Wie ist die Lagerstätte geologisch beschaffen?

Das Erdöl in der Lagerstätte Römerberg liegt in den Sandsteinen des Buntsandsteins. Der Buntsandstein ist eine geologische Zeiteinheit, die den Zeitraum von ca. 251 – 243 Mio. Jahren vor heute umfasst. Der Sandstein ist aus einer Vielzahl von einzelnen Quarzkörnern und weiteren Mineralen zusammengesetzt, zwischen denen sich Hohlräume (Poren) befinden. Der Durchmesser der Poren ist mit weniger als 0,1 mm sehr gering. Das Erdöl liegt sowohl in den Poren wie auch in Klüften, an denen das Gestein auf natürliche Art zerbrochen ist, vor. Damit das Erdöl innerhalb des Trägergesteins fließen und damit auch überhaupt produziert werden kann, muss das Gestein ausreichend permeabel sein. Das heißt, dass die Poren miteinander verbunden sein müssen. Die Fließfähigkeit des Erdöls wird durch die Lagerstättentemperatur von ungefähr 140 °C begünstigt. Der Buntsandstein hat in dem Großraum Speyer eine Mächtigkeit von ungefähr 400 m. Allerdings ist nicht das gesamte Gesteinspaket mit Erdöl gefüllt, sondern ein erheblicher Anteil ist von Wasser erfüllt.

Wie tief liegt das Erdöl und was heißt das verglichen mit anderen deutschen Lagerstätten?

Die ölführenden Sandsteinschichten der Lagerstätte Römerberg liegen in einer Tiefe von ungefähr 2.200 m unterhalb der Erdoberfläche. Für das Gebiet des Oberrheingrabens ist das eine außergewöhnlich große Tiefe. Im Vergleich dazu wird in den seit den 50er Jahren produzierenden Erdölfelder in Landau und in Eich das Erdöl aus Tiefen von ca. 1000 m gewonnen. Das größte Erdölfeld in Deutschland (Mittelplate im Wattenmeer im Bereich der Elbmündung)  befindet sich in einer Tiefe von 2.500 m. Die tiefsten Erdöllagerstätten in Deutschland liegen in Bayern in Tiefen über 3.500 m. Im Vergleich dazu liegen die bedeutenden Ölfelder Nordwestdeutschlands mit 700 m eher flach.

Welchen Nutzen hat die Allgemeinheit von den Erdölbohrungen?

Deutschland als Industrieland braucht zwingend eine gesicherte Energie- und Rohstoffversorgung. Auch wenn der Beitrag aus Speyer im Vergleich zum Gesamtverbrauch von Rohöl in Deutschland relativ klein ist, leistet er trotzdem einen Beitrag zur Versorgungssicherheit aus heimischen Quellen. Die im Konsortium vertretenen Unternehmen zahlen Gewerbesteuer an die Kommune und Förderabgabe an das Bundesland Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus möchte sich das Konsortium auch in Zukunft gesellschaftlich vor Ort in Form diverser Sponsoringmaßnahmen engagieren.

Wie schützen wir Anwohner vor Lärm?

Der auftretende Baulärm liegt im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Während des Förder- und Feldleitungsbetriebes geht vom Betrieb und von der Feldleitung keine über die üblichen betriebsbedingten aufkommenden Geräusche hinausgehende Lärmbelästigung aus. Selbstverständlich werden auch im Betrieb die rechtlichen Bestimmungen eingehalten.

Wie wird das Speyerer Trinkwasser geschützt?

Alle Bohrungen und Ausrüstungen werden so ausgelegt, geplant und errichtet, dass schädliche Einwirkungen auf das Trinkwasser ausgeschlossen werden können. Das beginnt bereits mit der Standortwahl. Die „wasserschutzrechtliche Gefährdungsabschätzung“ vor einer Bohrung ist Gegenstand eines Betriebsplanverfahrens und geschieht in enger Abstimmung mit den Wasserbehörden. Zum Schutz von Grund- und Trinkwasser werden die oberen Bodenhorizonte bei Bohrbeginn durch ein sogenanntes Standrohr gegenüber dem Bohrloch isoliert. Des Weiteren wird das Bohrloch durch ein Verbundsystem aus Stahlrohren und Zementierung abgedichtet. Das Erdöl wird durch das innerste Produktionsrohr, das durchgängig von der Oberfläche bis zur Lagerstätte reicht, gefördert. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten kann das Bohrloch umfassend auf seine Dichtheit getestet und für weitere Schritte freigegeben werden. Um auszuschließen, dass Flüssigkeiten an der Bohrstelle in das Erdreich eindringen können, ist der gesamte Bohrplatz versiegelt und mit einem umlaufenden Rinnensystem und einer kontrollierten Fassung anfallender Flüssigkeiten (im Normalfall Niederschlagswasser) ausgestattet. Der Bohrkeller besteht aus wasserundurchlässigem Stahlbeton. Das Standrohr wird flüssigkeitsundurchlässig in die Bohrkellerplatte eingebunden. Damit ist das Grundwasser auch von der Oberfläche aus geschützt. Die Dichtheit des Bohrlochs wird zudem durch Drucküberwachung der Ringräume zwischen dem Produktionsrohr und den dieses umgebenden äußeren Stahlrohren ständig kontrolliert.

Können die Erdölbohrungen in Speyer Erdbeben auslösen?

Der Oberrheingraben ist von seiner Lage her bereits immer schon ein Gebiet mit natürlich erhöhter Seismizität. Deshalb wurden und werden die Produktionsverfahren den geologischen Gegebenheiten der entsprechenden Lagerstätte jeweils so angepasst, dass  größere Spannungen im Untergrund bei der Förderung von Erdöl vermieden werden. Nachdem die Sicherheit von Mensch und Natur für das Konsortium an erster Stelle stehen muss, wird das Thema auch von uns sehr erst genommen. Um auftretende Seismizität kontinuierlich zu überwachen, wurde im Jahr 2012 ein seismisches Monitoringsystem installiert in in Betrieb genommen.

Im Oberrheingraben treten jedes Jahr treten ca. 100 kleinere Erdbeben aufgrund natürlicher seismischer Aktivität auf. Um eine Überwachung der seismischen Aktivität unterhalb der Stadt Speyer und die genaue Zuordnung möglicher Ursachen seismischer Ereignisse zu gewährleisten, hat das Konsortium mit hohem Aufwand ein seismisches Monitoring-System errichtet, welches seit 2012 in Betrieb ist. Das System arbeitet sehr genau und hat im Zeitraum seit seiner Inbetriebnahme mehrere natürliche Erdbeben aufgezeichnet (alle in der Magnitude deutlich < M=1,0), die sämtlich in einer Tiefe von mindestens 10 Kilometern ihren Ursprung hatten, ebenso wie eine Reihe Ereignisse nicht natürlichen Ursprungs (z.B. Sprengung Schornstein Erlus-Gelände; Gas-Explosion Harthausen).

Das Erdöl lagert in dichtem Gestein in mikroskopisch kleinen Porenräumen, so dass bei seiner Produktion auch kein Hohlraum entstehen kann und die stabile Struktur des umgebenden Gesteins erhalten bleibt. In der Phase der frühen Förderung, in der sich die Lagerstätte derzeit befindet, wird das Erdöl durch den natürlichen Druck in der Lagerstätte zu den Bohrungen bewegt. Mit fortschreitender Förderung kommt es zu einer Absenkung dieses Druckes und die Erdölentnahme wird dann durch Wiedereinbringung des mit dem Erdöl geförderten Lagerstättenwassers oder zusätzlichen Brauchwassers in die Lagerstätte unterstützt. Hierdurch wird auch eine Wiederbefüllung der Gesteinsporen erreicht, was zu einer zusätzlichen Stabilisierung der Schichten führt. Ähnlich verhält sich ein Schwamm, dem Flüssigkeit entzogen wird, um sich danach wieder vollsaugen zu können.

Wie sicher sind die Anlagen im Falle natürlicher Erdbeben?

Unter Seismizität versteht man die Beschreibung der natürlichen Erdbebenaktivität in einer bestimmten Region. Wie alle technischen Anlagen, die in Gebieten mit bekannter natürlicher Seismizität errichtet werden, unterliegen auch die Anlagen und Ausrüstungen zur Erdölförderung den diesbezüglichen Bestimmungen. Das Design der Anlagen und Ausrüstungen erfolgt auf Basis der für die Region vorgegebenen Klassifizierung der Gefährdung durch seismische Ereignisse.

Eine Schlüsselrolle im Sicherheitskonzept für Anlagen und Ausrüstungen zur Förderung von Erdöl und Erdgas kommt der Wahrung des sicheren Einschlusses der produzierten Kohlenwasserstoffe unter allen denkbaren Störungsszenarien zu. Neben der Berücksichtigung von Sicherheitszuschlägen im Anlagendesign, der Verwendung qualitativ hochwertiger Materialien, der Durchführung von Prüfungen im Herstellungsprozess und in der späteren Instandhaltung der Anlagen spielt das Konzept der Eigensicherheit dabei eine zentrale Rolle. Unter Eigensicherheit in der Analagentechnik versteht man die Fähigkeit der Anlage, sich bei Eintritt eines kritischen Betriebszustandes ohne Eingriff des Menschen selbsttätig in einen gefahrlosen Zustand zu versetzen. Typische Beispiele sind Überdrucksicherheitsventile, Notabschaltungssysteme und andere.

Könnte Hochwasser zum Problem werden?

Diese Frage kann grundsätzlich mit „Nein“ beantwortet werden. Die Gefährdung einer Leckage durch Hochwassereinwirkung würde in jedem Fall ursächlich von einem potentiell möglichen „Aufschwimmen“ der Anlage, Ausrüstung, Rohrleitung usw. ausgehen. Spezielle Maßnahmen bei der Planung und Errichtung der potentiell gefährdeten Systeme verhindern ein solches „Aufschwimmen“ sicher. Im Falle akuter Gefährdungen unserer Anlagen durch Hochwasser würde der Betrieb präventiv eingestellt, das Erdöl und Lagerstättenwasser aus den Leitungen abgelassen und in Tanks gelagert. Die Leitungen und Anlagen könnten zusätzlich durch Befüllung mit Wasser gegen Aufschwimmen gesichert werden.

Was ist Fracking und findet es in Speyer Einsatz?

Nein. Die hydraulische Druckbehandlung von Bohrungen spielt im Feldesentwicklungsplan keine Rolle. Das Erdöl fließt selbstständig zum Bohrloch, so dass die Schaffung neuer Fließwege in der Lagerstätte technisch nicht notwendig ist und wirtschaftlich keine Vorteile bieten, sondern im Gegenteil sogar enorme Nachteile durch eine mögliche Schädigung der Lagerstätte nach sich ziehen könnte.

Wer haftet, wenn im Zusammenhang mit den Erdölbohrungen Schaden entsteht?

Auch in der Erdöl- und Erdgasindustrie gilt das Verursacherprinzip als Grundprinzip der Haftungsbestimmung im Schadenfall. Die Konsortialpartner unterhalten zu diesem Zweck entsprechende Versicherungen. Entsprechende Regularien enthält das Bundesberggesetz. Die Überwachung erfolgt durch das Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz.

Welche Rolle spielt dabei ENGIE?

Die Energiewende ist mehr denn je eine Realität, auf die die Unternehmensgruppe ENGIE mit ehrgeizigen Plänen reagiert und für die sie eine große Verantwortung trägt. Wir wollen ein bedeutender Akteur des Energiewandels werden und uns den Herausforderungen der Zukunft stellen. Auch wir als Tochtergesellschaft, ENGIE E&P Deutschland GmbH, sind Teil dieses Transformationsprozesses. Denn Erdöl und Erdgas aus Deutschland sind auch in Zeiten der Energiewende wichtige Rohstoffe. Die Bevölkerung und Wirtschaft müssen sich darauf verlassen können, dass sichere und bezahlbare Energie verfügbar ist, trotz schwankender Einspeisemengen und noch geringen Speichermöglichkeiten von erneuerbaren Energien.  Um die Veränderungen im Energiesektor zu begleiten, hat die damalige GDF SUEZ-Gruppe im April 2015 beschlossen, sich einen neuen Namen zu geben: GDF SUEZ heißt jetzt ENGIE.

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