Allgemeine Projektbeschreibung

Zusammenfassung

Das Konsortium aus dem Lizenzinhaber Palatina GeoCon GmbH & Co. KG und dem Erdgas- und Erdölproduzenten ENGIE E&P Deutschland GmbH, eine Tochter des weltweit tätigen ENGIE-Konzerns, als Betriebsführer, plant die weitere Feldesentwicklung des Erdölfeldes Römerberg-Speyer. Ziel ist die sichere, möglichst weitgehende und wirtschaftliche Erschließung der Lagerstätte.
Daher reicht das Konsortium ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ein, um die Erdölproduktion, die ohne eine solche UVP laut Bundesberggesetz auf 500 Tonnen pro Tag begrenzt ist, auszuweiten.

Vorhabenbeschreibung

Seit über 150 Jahren wird in Deutschland Erdöl gefördert. Neben den größeren bekannten Feldern im Nordwesten des Landes verfügt auch das Rheintal über eine lange Fördertradition. Mit der Entdeckung der Lagerstätte Römerberg-Speyer eröffnete sich im Jahre 2003 eine neue Perspektive für die Ölförderung in der Region Speyer. Bei einer Bohrtiefe von mehr als 2.000 m wurde Erdöl gefunden, das in wirtschaftlichen Mengen gewonnen werden und so zur Sicherung der Rohstoffversorgung Deutschlands und des Industriestandortes Rheinland-Pfalz aus heimischen Quellen beitragen kann.

Aufgrund des Fundes gab es weitere Untersuchungen zur umfassenden Erforschung des Erdölvorkommens, die letztlich die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Produktion von Erdöl aus der Lagerstätte bestätigten. Gleichzeitig wurden weiträumige geophysikalische Untersuchungen vorgenommen, um die Ausbreitung des Erdöls abzugrenzen. Heute weiß man, dass das Reservoir sich in einer Tiefe von etwa 2.000 – 2.500 m im Bereich von Speyer erstreckt. In dieser Tiefe befinden sich poröse und permeable Gesteine – vor allem des so genannten Buntsandsteins aber auch darüber liegender jüngerer Schichten – die das Erdöl im Laufe der Erdgeschichte in sich aufgenommen haben.
Zur Entwicklung und Förderung des Vorkommens hat sich im Jahre 2007 ein Konsortium zusammengeschlossen, welches sich aus dem Konzessionsinhaber Palatina GeoCon GmbH & Co. KG und dem Erdgas- und Erdölproduzenten ENGIE E&P Deutschland GmbH (damals GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH) als Betriebsführer zusammensetzt. 2009 erteilte das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB) als zuständige Bergbehörde die Bewilligung, das entdeckte Erdöl aufzusuchen und zu gewinnen.

Das Konsortium hat sich zu diesem Zweck zwei Betriebsplätze, sogenannte Clusterplätze, im Norden der Stadt Speyer gesichert. Zurzeit werden auf Grundlage der vom LGB erteilten Genehmigungen und Zulassungen täglich bis zu 500 Tonnen Erdöl gefördert und nach der Aufbereitung per Tankkraftwagen (TKW) zur weiteren Verarbeitung in die Raffinerie transportiert. Die Förderung erfolgt von Beginn an unter den höchsten Sicherheits- und Umweltstandards störungsfrei.

Bei der Erdölförderung treten neben dem eigentlichen Roherdöl weitere natürliche, aus der Lagerstätte stammende Stoffe mit zu Tage. Hierbei handelt es sich um so genanntes Lagerstättenwasser (salzhaltiges, nicht trinkbares Wasser) und um ein Gemisch aus verschiedenen Gasen, dem so genannten Erdölbegleitgas. Das zu Tage geförderte Dreiphasengemisch wird deswegen als Nassöl bezeichnet. Bevor das Roherdöl zur Weiterverarbeitung in die Raffinerie transportiert wird, werden das Lagerstättenwasser und das Erdölbegleitgas in zugelassenen Aufbereitungsanlagen auf den beiden Betriebsplätzen abgetrennt.

Die im Erdölfeld Römerberg-Speyer gefundene Lagerstätte erlaubt eine Fördermenge, die über der derzeit erreichten Produktion von bis zu 500 Tonnen Erdöl täglich liegt. Das Konsortium investiert in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag für Bohrungen und die Optimierung der Betriebsplätze, um die Fördermenge zu erhöhen. 

Von den Clusterplätzen werden jeweils mehrere Bohrungen zu den Landepunkten im Trägergestein niedergebracht. Die Erdölproduktion erfolgt aus den ölführenden Bereichen des Speichergesteins in der Lagerstätte, wobei das Erdöl im Mittleren und Oberen Buntsandstein und auch in darüber liegenden, jüngeren Schichten nachgewiesen wurde.

Mit andauernder Förderung wird der Anteil an Lagerstättenwasser zunehmen. Das abgetrennte Lagerstättenwasser soll zunächst von Clusterplatz 2, später gegebenenfalls aber auch von Clusterplatz 1 über sogenannte Hilfsbohrungen wieder in die Lagerstätte eingebracht werden. Diese untertägige Einbringung in die Lagerstätte unterstützt den Druckerhalt in der Lagerstätte. Diese Druckerhaltung dient dem schonenden Umgang mit der Lagerstätte und einer möglichst optimalen Entölung des Trägergesteins im Einzugsgebiet.

Wenn die Menge an einzubringendem Lagerstättenwasser zur Druckerhaltung in der Lagerstätte nicht ausreicht, wird das Lagerstättenwasser durch Zusatzwasser ergänzt. Das Zusatzwasser wird aus einer Brunnenanlage außerhalb des Clusterplatzes 2 dem Grundwasser entnommen und über eine Zusatzwasserleitung zum Clusterplatz 2 befördert. Das aus der Lagerstätte mit geförderte Erdölbegleitgas wird energetisch genutzt. Hierzu sind auf den Clusterplätzen jeweils Blockheizkraftwerke zur Erzeugung von Strom und Wärme (BHKW) installiert.

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