Zufallsfund: Erdöl in Speyer

Seit über 150 Jahren wird in Deutschland Erdöl gefördert. Neben den größeren bekannten Ölvorkommen im Nordwesten des Landes blickt auch das Rheintal auf eine lange Fördertradition zurück. So wird in Landau beispielsweise seit 1955 Öl gefördert. Per Zufall eröffnete sich 2003 auch in Speyer eine Möglichkeit zur Ölgewinnung: Bei einer Bohrung in Speyer, die eigentlich auf die Produktion von Erdwärme abzielte, wurde in über 2.000 Metern Tiefe unerwartet Erdöl entdeckt.

Seismische Messungen mit RüttelfahrzeugenExperten gingen diesem überraschenden Fund näher auf den Grund: Mithilfe sogenannter geophysikalischer Untersuchungen konnten sie die Ausdehnung des Erdölvorkommens bald genauer eingrenzen. Heute weiß man, dass das Reservoir eine längliche Form hat und sich in einer Tiefe von etwa 2.000 bis 2.500 Metern unterhalb von Speyer von Nordost nach Südwest erstreckt. In dieser Tiefe befinden sich Gesteine, vor allem Buntsandstein, die das Erdöl im Laufe der Erdgeschichte in sich aufgenommen haben. Die Lagerstätte hat nach gegenwärtigem Kenntnisstand eine Größe von fünf bis sechs Quadratkilometern. Die Förderdauer wird aus heutiger Sicht rund 30 Jahre betragen.

Förderung seit 2008 im Norden von Speyer

Um das Öl zu fördern und das Ölvorkommen zu erforschen, haben sich zwei Unternehmen zu einem Konsortium zusammengeschlossen: die ENGIE E&P Deutschland GmbH als Betriebsführer und die Palatina GeoCon GmbH & Co. KG als Lizenzinhaber. Das Konsortium hat sich für seine Vorhaben zunächst zwei Betriebsplätze im Norden der Stadt Speyer gesichert: Auf dem Betriebsplatz 1 im Nordwesten von Speyer in der Siemensstraße nahm das Konsortium 2008 die erste Probebohrung vor, die den Namen Römerberg 1 erhielt, 2014/15 folgte die Bohrung Römerberg 7. Dort wird seitdem fortlaufend erfolgreich Öl gefördert.

500 Tonnen Öl täglich

Bohrung auf Betriebsplatz 2 in SpeyerAnfang 2009 errichtete das Konsortium den zweiten Betriebsplatz im Nordosten von Speyer in der Nähe der Franz-Kirrmeier-Straße/Müllberg. Zwischen Dezember 2010 und Mai 2017 fanden dort Bohrungen Nummer drei, vier und fünf statt. Zwei weitere Hilfsbohrungen, die Römerberg H1 und H2, vervollständigten diesen zweiten Betriebsplatz im Nordosten von Speyer. Sie dienen letztlich dazu, das Erdölfeld weiter zu erkunden und noch mehr über die Beschaffenheit der Lagerstätte zu lernen. Die beiden Betriebsplätze sind so angelegt, dass die von dort ausgehenden Bohrungen alle Bereiche des bislang bekannten Erdölfeldes erreichen können, ohne damit Beeinträchtigungen in bewohntem Gebiet zu verursachen. Die zwei Betriebsplätze mit den genannten Bohrungen liefern derzeit bis zu 500 Tonnen Erdöl täglich.

Aufbereitungsanlage zur Ölreinigung

Bei der Erdölförderung treten mit dem Öl weitere natürliche Stoffe zu Tage. Hierbei handelt es sich etwa um Lagerstättenwasser, das zusammen mit dem Öl in der Tiefe lagert, und ein Gemisch aus verschiedenen Gasen (vor allem Kohlendioxid und Methan), das so genannte Erdölbegleitgas. Bevor das Rohöl zur Weiterverarbeitung in die Raffinerie transportiert werden kann, müssen diese Stoffe abgetrennt werden. Momentan geschieht diese Separation direkt auf den beiden Betriebsplätzen. Das Erdöl wird per Tanklastwagen zur Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe transportiert. 





 

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