Erdölgewinnung in Deutschland – eine über 150-jährige Tradition

Die deutsche Ölindustrie blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück. Die industrielle Förderung begann – ähnlich wie in Speyer, wo man bei Erdwärmebohrungen auf Öl stieß – mit einem Zufallsfund. Im niedersächsischen Wietze wurde 1858 bei Bohrungen nach Braunkohle zufällig Erdöl entdeckt. Anlass zur Suche gaben Kuhlen mit Teer, der damals fälschlicherweise für ein Zersetzungsprodukt der Braunkohle gehalten wurde. Statt Braunkohle trat Erdöl zu Tage – und so wurde in Wietze die erste erfolgreiche Erdölbohrung der Welt durchgeführt. Die Förderung lief jedoch zögerlich an und wurde erst in den 1880er Jahren intensiviert. Zeitweise förderte man im Wietzer Ölfeld bis zu 80 Prozent des nationalen Bedarfs. Öl wurde zu dieser Zeit hauptsächlich als Lampenbrennstoff eingesetzt. 1963 wurden die Anlagen in Wietze stillgelegt. Heute befindet sich dort das älteste Erdölmuseum der Welt.

Ein Erdölfund in der Nähe des niedersächsischen Ortes Peine löste 1881 ein „Ölfieber“ in Deutschland aus. Die sich entwickelnde Siedlung erhielt den Namen Ölheim. 1938 gab es zahlreiche neue Erdölfunde im Raum Hannover, im Emsland, in Schleswig-Holstein und im Oberrheintal. Ab 1950 stieg die deutsche Erdölförderung stark an. Wenige Jahre später wurde in Deutschland bereits das Jahresmaximum mit 8,2 Millionen Tonnen gefördert, danach ging die Förderung zurück.


Jahrzehntelange Ölförderung in der Pfalz

Im Rheintal sind seit den 1950er Jahren mehrere Millionen Tonnen Erdöl gefördert worden. In der Pfalz wurde man erstmals in Frankweiler auf Erdöl aufmerksam. Hier trat in einigen Kellern des Ortes das schwarze Gold natürlich zu Tage. 1896 führte man dort vier Suchbohrungen bis 200 Meter Tiefe durch.

Verbesserte Messverfahren und die Suche in tiefer abgesunkenen Erdschichten des Rheingrabens führten 1955 in Landau zum Erfolg. Der Ölfund in Speyer schreibt dieses Kapitel der Ölförderung in der Pfalz nun weiter: Bei einer Bohrung in Speyer, die eigentlich auf die Suche von Erdwärme abzielte, wurde in etwa 2.000 Metern Tiefe unerwartet Erdöl entdeckt. Seit 2008 findet an zwei Betriebsplätzen die Förderung im Testbetrieb statt. Das Speyerer Ölvorkommen ist damit die ergiebigste Lagerstätte Süddeutschlands und hat Rheinland-Pfalz nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen zum drittgrößten Erdöl-Förderland gemacht.

Bekannte Lagerstätten vollständig erschließen

Heute konzentriert sich die deutsche Ölförderung vor allem auf die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein und deckt rund 2,5 bis drei Prozent des deutschen Bedarfs. Derzeit werden in Deutschland noch etwa 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr gefördert. Durch die hohen Ölpreise sind auch Gebiete im Umfeld bekannter Erdöllagerstätten wieder in den Fokus gerückt. Dabei kommen verbesserte, umweltschonende Technologien zur Aufsuchung von Erdölfeldern zum Einsatz, mit denen sich bisher unbekannte Erdölspeicher erkennen lassen. So können bestehende Lagerstätten besser ausgeschöpft werden, was die wirtschaftlich nutzbaren Reserven erhöht.

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